Auf der Fahrt nach Port Macquarie, noch auf der Gemarkung Newcastle hab ich dann eines der besten Angebote gesehen: Oktoberfestparty, Eintritt, Half Stein (Bier), Essen und Schnaps nur $65. Na das lohnt sich doch mal. Die Fahrt nach Port Macquarie war erstaunlich unaufregend, so dass man das getrost überspringen kann. In Port Macquarie angekommen, wurden Gäste des Hostels von einer Mitarbeiterin in Empfang genommen, welche äußerst lebhaft war. In den fünf Minuten Fahrt zum Hostel (Entfernung 800m) wurden die Neuankömmlinge über die Lage aller wichtigen Geschäfte aufgeklärt, außerdem wo die Sehenswürdigkeiten liegen und wie schön es normal ist, wenn es heute nicht gerade regnen würde. Außerdem hat sie auch gleich mitgeteilt, dass sie nicht weiß warum alle Welt Koalabären so mag. Sie lebe schon ihr ganzes Leben in Australien und hat bis vor ein paar Monaten nur etwa neun Stück gesehen. Inzwischen sei sie in die Nähe des Koalahospitals gezogen, so dass gelegentlich einer bei ihr auf der Veranda sitze, den sie dann immer vertreiben muss, da diese Radau machen wenn sie sich paaren wollen. Das Hostel in Port Macquarie ist eigentlich ein Einfamilienhaus an dem ein wenig angebaut wurde und so immerhin sieben oder acht Räume geschaffen wurden. Immerhin gab es dort sogar Frühstück. Da es aber nun mal nur ein Einfamilienhaus war, wurden die Sanitärräume kurzerhand ausgelagert. In einem Schuppen, der hinterm Haus stand, wurden dann also die Toiletten, Duschen und der Wäscheraum eingepasst. Das ganze hatte hierdurch etwas von Camping. Wollte man nachts aufs Klo, musste man den Schlüssel mitnehmen und ab übern Hof. Zunächst war ich allein im Zimmer, worauf ich mich schon richtig gefreut hatte, bis gegen abend zwei Mädels zur Tür reinkamen, welche ebenfalls in dem Zimmer wohnten. Sehr lustig, das sie mich erst auf englisch fragten, ob alle drei Betten frei waren und dann auf deutsch ausbaldowert haben, wer oben schlafen darf. Ich hab mich dann jedoch auch als Deutscher zu erkennen gegeben und später erfahren, das sie eigentlich nur vier Wochen in Australien sind und in dieser Zeit die Ostküste runter fahren. Sehr gut hat mir bei der einen gefallen „Mein Flieger geht am Samstag, Dienstag geht die Uni wieder los.“ Ich weiß nicht ob ihr klar war, dass sie allein zwei Tage fliegt, wenn auch gegen die Uhr…
Um mein Englisch zu improven, hab ich mich dann abends mit den anderen Hostelbewohnern vor den Fernseher gehockt. Es lief erstmal mehrere Stunden lang ein Countrymusik Kanal, da ansonsten nix vernünftiges kam. Die anderen Bewohner waren ein Koreaner, der nach drei Wochen in Australien, nach eigener Aussage, kein Geld mehr hatte. Der konnte aber äußerst wenig englisch, so dass die Konversation etwas holprig war. Ansonsten war noch ein Ire da, mit dem ich mich kurz unterhalten hab. Naja Iren sind ja für ihre offene, freundliche Art bekannt, weswegen sie auch öfters mal mit Odenwäldern verwechselt werden. Ich konnte dann später immerhin noch NCIS einschalten um festzustellen, dass ich diese Folge schon kannte.
Am nächsten Tag hab ich mir dann vorgenommen die Küsten zu besichtigen, da sollte schon so bis um vier dauern. Naja hab um zehn angefangen und war um elf fertig. Ansonsten gab es in dieser Stadt eigentlich nichts zu tun. Im örtlichen Einkaufszentrum war ich zu dem Zeitpunkt schon gewesen. Hab sogar mehr Geld ausgegeben als normal. Neben den üblichen 10-20 Dollar für Lebensmittel gab es diesmal ein Hemd, damit ich wenigstens eine Woche komplett bestreiten konnte, ohne waschen zu müssen.
Zurück im Hostel hatten mich die beiden Damen verlassen und ein, nennen wir es mal, älterer Herr war eingezogen. Mit dem hab ich dann zur Abwechslung mal viel englisch gesprochen. Giovanni, ursprünglich aus Holland, mit seinen Eltern so um1960 nach Australien ausgewandert. War zum Klassentreffen in Port Macquarie, Die Schule war zwar nicht hier, aber es war so der zentralste Punkt, den alle Beteiligten ausmachen konnten. Für ihn waren das dann auch nur knapp 600 km Anfahrt. Andere mussten weiter fahren. So viel zum Thema Dimensionen. Was ich nicht verstehe, wieso ich mich als Erwachsener Mensch (finanzielle Mittel vorausgesetzt) in einem Hostel einmiete, wenn ich mir wesentlich bequemer ein Hotel nehmen könnte?!? Toll fand ich den Tipp: Nach Perth um Gottes Willen nicht fahren, das sind 30 Stunden eintönige Landschaft. Hm, ich find sowas ja spannend. Bin ja auch am überlegen, ob ich irgendwie nach Broken Hill komme. Das ist irgendwo mitten in der Pampa. Da gibt es Nix. Warum dann da hin? Einfach damit man mal da war. Später am Tag bin ich dann noch ins Koalahospital und hab dort eine Führung mitgemacht. Allein dadurch bin ich jetzt quasi Halbprofi was Koalas angeht + Gewissen beruhigt, da ich fast mein komplettes Kleingeld gespendet hab, außer den großen Münzen.
Das Wetter in Port Macquarie war übrigens eine Nummer für sich. Strahlender Sonnenschein, dann bewölkt, dann auf einmal ein sintflutartiger Regenguss. Dann klart es wieder auf. Beste Aussichten. Kaum war ich daheim, ging es auch schon wieder los. Der Tag der Abreise war übrigens ein Kapitel für sich. Zimmer musste um zehn geräumt werden. Für die Gepäckaufbewahrung wollte das Hostel $5 haben, was ich ja mal gar nicht einseh. Also Tasche mitgenommen. Da war es zehn, noch was zu trinken gekauft, um halb elf an der Bushaltestelle gesessen, es hat ein wenig geregnet. Der Bus kam aber erst um halb drei. Nachdem es in Port Macquarie aber wie schon gesagt nichts weiter zu tun gibt. Saß ich nun da und beobachtete den Verkehr.Gott sei Dank war Renntag und der Busshuttle fuhr von der selben Haltestelle ab. So dass ich die nächsten vier Stunden damit beschäftigt war, zu schauen wie die Damen und Herren in Kleid und Anzug oder auch eine reine Männergruppe in unglaublich hässlichen Partyhemden zum Rennen gegangen sind. Es gibt übrigens in Australien alles, was es bei uns auch gibt. Von Möchtegerns die zum schwarzen Anzug weiße Schuhe tragen. Gruppen von Woo-Girls und auch Menschen, die auf einen schwarzen Anzug pinke Elfenflügel tragen und mit Zauberstab durch die Gegend gedüst sind. Ich hab unwillkürlich an den Herrn Schuster denken müssen. Naja irgendwann kam der Bus und die Reise ging weiter Richtung Norden, auf nach Coffs Harbour.
Samstag, 9. Oktober 2010
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Bilderstrecke Newcastle
Strand
Blick über Newcastle von den Klippen
Innenstadt mit historischen Gebäuden
Nobby's Leuchtturm
Hostel
Blackbutt Reserve
Newcastle 04. Oktober – 06.Oktober
In Newcastle angekommen, einmal umgeschaut und dann direkt zum Hostel gestappft. Zimmer war noch nicht fertig, also hab ich mein Gepäck abgestellt und hab mich in der näheren Umgebung umgeschaut. Die Küste rauf und runter, die Jacke an und aus. Sonne – warm – Jacke aus. Wind – kalt – Jacke an. Sonne und Wind – Mist. Hab das ganze aber ohne Erkältung hinbekommen. Auf der einen Anhöhe stand ein Obelisk, da hab ich mir natürlich gedacht “Oh Geschichte, was gab es hier denn?“ Ergebnis: Dort war 75 Jahre lang ein Wasserreservoir, zu dessen Jubiläum der Obelisk aufgestellt wurde, auch wenn das Reservoir inzwischen außer Betrieb war. Unglaublich, absolut unnötig. Nachdem ich dann noch durch die Stadt gestreift bin, zog es mich dann doch zurück zum Hostel. Zimmer war fertig, Juhu. Noch gedacht, wenn das Zimmer extra gemacht wurde, vielleicht hab ich es dann für mich. Tür aufgeschlossen, stand einer vor mir. Zufällig mein Zimmergenosse aus Sydney. Von dem wusste ich zwar, dass er in Newcastle auf seinen Flug wartet aber dass er im selben Hostel und dann auch noch im selben Zimmer untergebracht war, war dann aber doch ein glücklicher Zufall. Er hat mir dann auch bestätigt, was ich schon geahnt hatte, in Newcastle gibt es prinzipiell nichts zu tun. Wir sind dann Mittags losgezogen um uns die Sehenswürdigkeiten in Newcastle anzuschauen. Darunter Nobbys Leuchtturm, der irgendwo einen Kilometer vom Festland entfernt auf einer Halbinsel steht. Leider kommt man da aber nicht dran. Also auf dem Wall mal bis ganz nach vorne geturnt. Supergut Hafeneinfahrt Newcastle, nur kam grad kein Schiff. Also es standen zwar immer acht bis neun Stück auf Warteposition, wenn der Hafen aber halt grad voll ist, gibt’s nix. Lehrstunde gehabt, wenn man die Brandung fotografieren will und sich wo hinstellt, wo der Boden nass ist, könnte das eine schlechte Idee sein. Als die nächste Welle kam, war die Aufnahme im Eimer und der Fotograf nass… Ein Wort zum Hostel, das Hostel ist in einem alten Gutshaus untergebracht und hatte von allen Hostel die mir bisher auf meinem Weg begegnet sind das schönste Flair. Getäfelte Wände mit offenen Kamin und großen Ledercouchen, das war absolut klasse. Es gab auch alles was man nur haben wollte. Kicker, Billiard, Tischtennis, Dart diverse Brettspiele, eigene Bibliothek, einen schönen großen Essbereich und die obligatorische DVD und Filmsammlung. Als wir abends dann Heim gekommen sind, hatten wir sogar noch einen dritten Mann auf der Stube, der jedoch schon im Bett lag. Am nächsten morgen um sechs, ist dieser jedoch mit zwei Füßen aus dem Bett gesprungen. Wie sich herausgestellt hat, arbeitete der aufm Bau und sein Wecker klingelte um sechs. Sehr unangenehm, wenn man selbst absolut nichts vor hat. An diesem Tag haben wir uns aufgemacht zum Blackbutt Reserve, einem 218 Hektar Naturschutzgebiet mitten auf der Gemarkung von Newcastle. Laut Plan, einfach mit dem Bus bis zum Krankenhaus und dann die Straße runter. Haben wir auch probiert, nur das wir dann irgendwann auf den Parkplätzen des Krankenhauses standen und weit und breit nichts von einem Reservat zu sehen war. Anscheinend sahen wir mit unserem fünf mal kopierten Stadtplan so kläglich aus, dass uns ein Australier fragte wo wir denn eigentlich hin wollten. Als wir es ihm sagten hat er uns erklärt, das wir an dieser Stelle mal vollkommen falsch waren. Er hat uns dann auch angeboten uns zu dem Teil zu fahren wo es nach seiner Meinung am interessantesten ist. Einfach mal bei einem fremden Australier am Ende der Welt ins Auto hüpfen, klingt doch nach einer richtig guten Idee. Wir haben es dann auch gemacht ;-) Das war jedoch kein Auto, das war mehr so die Abteilung fahrende Müllhalde, mit Matratze. Sollte in Deutschland noch die Debatte um die Atommüll-Endlagerstätte im Gange sein. Ich hab da nen Vorschlag… Er hat uns dann aber sehr souverän an den Eingang des Parks gebracht. Sehr freundliche Menschen hier in Australien. Der Park selbst bestand aus ein paar Gehegen für Koalabären, Emus und Kängurus (angeblich auch Wombats, kann ich aber nicht bestätigen) und Käfigen für einheimische Vögel. Nur gefiederte. An die Gehege schließen sich riesige naturbelassene Waldflächen an. Nach Besichtigung der Gehege, nahmen wir dann auch einen 2 Kilometer Weg quer durch die Wälder zurück zu der Straße auf der die Busse fahren. Zu bemerken: Auf der Straße über die man zu den Gehegen kommt und den Campingflächen mit Grillplätzen und Spielplätzen für die Kinder, fährt kein Bus. Generell, was in Australien noch als Nahverkehr gilt, dafür würden bei uns Überlandbusse eingesetzt werden. Zurück im Hostel war dann Mittagspause angesagt. Später ging es dann zur letzten Sehenswürdigkeit in Newcastle, einer sehr schönen Kirche, in der man wieder keine Fotos machen sollte. Auf dem Weg zum Hostel sind wir dann durch die Fußgängerzone. Überraschung: Während in Deutschland gelegentlich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt wird um das Ladenöffnungsgesetz zu kippen, schließen in Newcastle alle Geschäfte um 18.00 Uhr. Das war schon sehr befremdlich, denn inzwischen erwarte ich eigentlich das ein Laden bis um acht offen hat und grad in Australien, wo die Supermärkte bis zehn oder zwölf offen haben, teilweise sogar 24/7. Der Nachtportier war übrigens Gordon aus Berlin, der kam vor vielen Jahren als Backpacker, studiert inzwischen Grafikdesign in Australien und arbeitet im Hostel für wenig Geld und einen Schlafplatz. Von ihm kam auch der Tipp, zum englisch lernen, weg von der touristenverseuchten Ostküste. Er hat auch sehr gut das Leben in Sydney zusammengefasst. Da ist man als Deutscher unter vielen anderen Deutschen, betrinkt sich abends, schläft am nächsten Tag aus und abends fängt man von vorne an.
Kulturelles Highlight des Aufenthalts in Newcastle war die Explosion von Markus Proteindrink, der insgesamt zwei Wände, diverse Kleidungsstücke, Rucksack und einen komplette Montur Bettzeug das Leben kostete. Man lerne, nie kohlensäurehaltiges Wasser für sowas nehmen. Immerhin hat sich der Drink farblich nahtlos in den braunen, eh schon mit Flecken übersähten, Teppich eingefügt.
Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege dann wieder, während Markus nach Cairns flog, bin ich weiter die Küste rauf.
Kulturelles Highlight des Aufenthalts in Newcastle war die Explosion von Markus Proteindrink, der insgesamt zwei Wände, diverse Kleidungsstücke, Rucksack und einen komplette Montur Bettzeug das Leben kostete. Man lerne, nie kohlensäurehaltiges Wasser für sowas nehmen. Immerhin hat sich der Drink farblich nahtlos in den braunen, eh schon mit Flecken übersähten, Teppich eingefügt.
Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege dann wieder, während Markus nach Cairns flog, bin ich weiter die Küste rauf.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Bilderstrecke Sydney
Harbour Bridge
Oper
Blick auf Woolloomooloo
Blick von der Oper Richtung Innenstadt
Darling Harbour
Saint Mary
Port Elizabeth near Kings Cross
Innenstadt
The Rocks und Blick von The Rocks in Richtung Innenstadt
Sydney Aquarium
Ein Baum und das Musik Konversartorium
Sydney 22. September – 04. Oktober
Railway Square
Für die ersten beiden Nächte waren wir im Railway Square Hostel untergebracht. Ein schönes modernes Hostel in einem historischen Bahnhof. Zimmerbelegung war ziemlich einfach. Die beiden die neben mir standen und ich, wir haben uns halt mal zusammen in einen Raum eingetragen. Lange Gesichter gab es bei den Pärchenreisenden. Hostel: Männlein und Weiblein getrennt. Zimmer waren noch nicht bezugsfertig. Kunststück wir sind ja auch schon um neun angerückt. Also Gepäck deponieren und mal schauen, wie Sydney so aussieht. Nach Studium des Stadtplans, muss man ja nur die Georgestreet runter und schon kommt man zu den vielen Sehenswürdigkeiten. Gesagt, getan, so sind wir mal losgetrabt. Nach zwei Stunden, der Hälfte der Georgestreet und einem Mittagessen bei KFC (das war dann das vierte mal Hühnchen seit Abflug) sind wir dann aber wieder in Hostel eingekehrt und haben unser Zimmer bekommen. Zwei Stunden Mittagspause, dann sind wir nochmal los einkaufen und abends dann früh ins Bett. Zum Thema Jetlag, von dem sich ja manche Menschen wochenlang erholen müssen. Ichversteh das nicht. Ich muss mich ja auch nicht wochenlang erholen wenn ich an Silvester später ins Bett gehe. Das waren alles in allem jetzt halt mal 24 Stunden außer der Norm. Die hab ich aber auch an einem exzessivem Wochenende… Am nächsten Tag war dann Einführungsveranstaltung bei Work n Holiday. SIM Karte bekommen, vorläufige Steuernummer, Bankkonto eröffnet, weswegen auch die Pässe benötigt wurden, welche es dann aber auch wieder gab. Tipps zum Thema Jobs, australische Sonne, Reiseziele, etc. bekommen. Alles in allem sehr hilfreich, wenn auch langwierig, da es fast den ganzen Tag ging. Abends dann entsprechen müde gelabert ins Hostel und nichts mehr gemacht.
Für die ersten beiden Nächte waren wir im Railway Square Hostel untergebracht. Ein schönes modernes Hostel in einem historischen Bahnhof. Zimmerbelegung war ziemlich einfach. Die beiden die neben mir standen und ich, wir haben uns halt mal zusammen in einen Raum eingetragen. Lange Gesichter gab es bei den Pärchenreisenden. Hostel: Männlein und Weiblein getrennt. Zimmer waren noch nicht bezugsfertig. Kunststück wir sind ja auch schon um neun angerückt. Also Gepäck deponieren und mal schauen, wie Sydney so aussieht. Nach Studium des Stadtplans, muss man ja nur die Georgestreet runter und schon kommt man zu den vielen Sehenswürdigkeiten. Gesagt, getan, so sind wir mal losgetrabt. Nach zwei Stunden, der Hälfte der Georgestreet und einem Mittagessen bei KFC (das war dann das vierte mal Hühnchen seit Abflug) sind wir dann aber wieder in Hostel eingekehrt und haben unser Zimmer bekommen. Zwei Stunden Mittagspause, dann sind wir nochmal los einkaufen und abends dann früh ins Bett. Zum Thema Jetlag, von dem sich ja manche Menschen wochenlang erholen müssen. Ichversteh das nicht. Ich muss mich ja auch nicht wochenlang erholen wenn ich an Silvester später ins Bett gehe. Das waren alles in allem jetzt halt mal 24 Stunden außer der Norm. Die hab ich aber auch an einem exzessivem Wochenende… Am nächsten Tag war dann Einführungsveranstaltung bei Work n Holiday. SIM Karte bekommen, vorläufige Steuernummer, Bankkonto eröffnet, weswegen auch die Pässe benötigt wurden, welche es dann aber auch wieder gab. Tipps zum Thema Jobs, australische Sonne, Reiseziele, etc. bekommen. Alles in allem sehr hilfreich, wenn auch langwierig, da es fast den ganzen Tag ging. Abends dann entsprechen müde gelabert ins Hostel und nichts mehr gemacht.
790 on George
Nachdem die beiden vorgebuchten Nächte rum waren, mussten wir nun umziehen. Von einer anderen Deutschen hatten wir den Tipp, das 790 on George sehr billig ist. Also ist unser Dreierpack geschlossen dorthin. Billiger war es, das war dann aber auch alles. Die sanitären Anlage waren einfach nur ekelhaft, da sie nicht geputzt wurden. Zimmer war sehr klein aber endlich genug Steckdosen, damit alle gleichzeitig im Bett am Laptop sitzen konnten. Nach dem Umzug haben wir es dann auch endlich an unserem dritten Tag in Sydney geschafft die Oper und die Harbour Bridge zu besuchen. Die restliche Zeit im 790 war eigentlich von einem rechten Lotterleben geprägt. Wenn gerade der Sinn danach stand wurde Bewerbungen geschrieben, ansonsten auch mal bis elf geschlafen, dann wieder ein Teil der Stadt erkundet, abends in den Pub und mal mehr oder weniger getrunken. Sehr zu empfehlen, bei einem Besuch in Sydney, ist der Pub ‘3 wise monkeys‘, bei uns würden sie Club dran schreiben und Eintritt verlangen. Nach einer Woche Innenstadt konnte man auf jeden Fall sagen das die Lebenshaltungskosten in Sydney extrem hoch sind. Weswegen ich mir gedacht hatte: ‘Bis Montag bleibste noch in Sydney, ziehst aber raus aus der Innenstadt‘. Zu diesem Zeitpunkt hat sich dann auch unsere Dreier WG aufgelöst. Einer war schon aus Sydney geflüchtet, während der Dritte in 790 verlängert hat. Alles in allem, hat Sydney viel zu bieten aber zu einem sehr hohen Preis. Sehr interessant war das ANZAC Denkmal im Hydepark, in dem der gefallenen Soldaten gedacht wird inklusive architektonisch sehr schön angeschlossenem Sea of reflection. Die Parks in Sydney sind allgemein in einem bemerkenswert guten Zustand. Alles sehr sauber, kaum Müll auf den Straßen, keine Grafittis. The Rocks durchstöbert, sehr schön, wenn es einen nicht auf den hintern setzen würde, wenn man die Preise liest. Bin auch mal unter der Harbour Bridge drunter durch gelaufen. Ei nanderes Mal mit der Fähre drunter durch gefahren. Das ist alles so groß hier, bin ich schön in die Falle getappt. Ich bin mit der Fähre nach Hombush gefahren und wollte dort dann einfach die Straße runter auf das Olympiagelände von 2000. Nach ner halben Stunde und etwa drei Kilometern, stand ich unter einer Brücke, welche nicht für Fußgänger freigegeben war und war aber auch noch immer Kilometer von dem Gelände entfernt. Da hab ich rumgedreht und bin wieder zur Fähre. Wenn ich es das nächste Mal versuche das Olympiagelände zu sehen, nehm ich ab der Anlegestelle gleich den Bus! Die haben hier ja Entfernungen, da wird es einem schwindlig. Sehr schön waren die Prachtbauen entlang der Landzungen im Hafen von Sydney. Da sind Bauten dabei, da würde in Deutschland das Finanzamt zum nachmessen kommen, da sie die Quadratmeterzahl auf der Grundsteuer nicht glaube würden. Bei unseren Streifzügen durch Sydney sind wir dann auch mal auf dem hiesigen Fischmarkt eingefallen, Fisch gabs dort auch, vorrangig jedoch alles, was man essen kann. In Darling Harbour haben wir das Touri Programm gemacht und waren im Aquarium. Sehr hübsch so n Hai, der Rochen war aber eindrucksvoller. Absolut irrwitzig ist allerdings das Verhalten der Fußgänger in Sydney. Es stehen an jeder Ecke Ampeln, die nur dem Zweck dienen, die Stadt in verschiedene Farbe zu tauchen. Egal ob es eine Seitenstraße oder eine Hauptverkehrsstraße ist, nix ist zu stark befahren als das man nicht einfach mal quer über die Straße rennen könnte...
Am letzten Abend im on George haben wir dann alle Register gezogen und finanziell raus gehauen was ging und haben mehrere Bars und Pubs mitgenommen. In der Scubar war Oktoberfest $5 für ein Löwenbräu. Immer noch besser als $8,10 als ich mir ein Becks bestellt hab… Am selben Abend auch noch ein paar Deutsche kennen gelernt, die eine war aus Eppelheim… Dafür reist man dann 17.000 Kilometer.
Glebe Point
In Sydney gibt es ein Hostel, das nicht genau im Innenstadtbereich aber auch noch nicht ewig weit weg liegt. Beworben wird Glebe als ein wenig alternativ. Hier hatte ich mich also fürs Wochenende eingebucht. Die 2,5 Kilometer Distanz zwischen 790 und Glebe konnte ich dank fahrbarerer Hightechtasche zu Fuß zurücklegen. Das war übrigens das einzige Mal, dass ich den Weg zu Fuß zurück gelegt hab. Ich kam um halb elf am Hostel an, wo mich ein vollbärtiger Australier drei Mal Fragen musste, wo ich denn geboren sei, da ich ihn beim besten Willen nicht verstanden habe. Ich hab also meinen Schlüssel bekommen und bin aufs Zimmer, schließ die Tür auf und bekomme erst mal einen Schlag ins Gesicht. Da liegen drei Personen drin und pennen und es hängt ein Mief in der Luft, dass es einem schlecht wird. Ich hab dann meine Tasche reingestellt und bin wieder gegangen. Saß dann in einem Park und hab drüber nachgedacht warum ich mir das freiwillig antue. Als ich dann um zwölf mittags wiederkam, war zumindest das Licht an und drei Chinesen schauen mich erwartungsvoll an. Der vorhangunddas Fenster waren aber noch immer fest verschlossen. Hab dann erklärt, dass ich das vierte Bett bekomme aber auch schon wieder weg bin, da ich in die Stadt fahre. Bin dann zu Railway Square gefahren und hab dort den Mittag mit Emails und Bewerbungen schreiben verbracht. In Glebe hab icheinfach keinen Empfang für meinen Surfstick gehabt. Da ich eh grad in der Stadt war, hab ich im Work n Holiday Büro nach meiner Bankkarte gefragt, welche noch nicht da war. Ich solle es bei der Bank direkt versuchen. Eine Filiale der Westpac gesucht, allein auf der George Street haben die drei, ich war natürlich in der falschen. Dort konnte man mir aber mitteilen das für mich gar keine Karte bestellt wurde. Toll. Gemacht und wieder gegangen. Nach dem Kulturschock was das Zimmer anging, hab ich mir auch gleich eine Busfahrkarte von Sydney nach Brisbane gekauft. Hauptsache raus aus Sydney. Als ich abends wieder ins Hostel kam, waren die Chinesen verschwunden. Also habe ich 1. Den Vorhang geöffnet und 2. Das Fenster. Abends gab es dann BBQ im Hostel, hab dort einen sehr interessanten Australier kennen gelernt, der hat nämlich recherchiertet und festgestellt das die Pyramiden in Ägypten gar nicht von Menschen gebaut werden konnten. Ich hab das Gespräch dann auch hierbei belassen und mich einer anderen Runde zugewandt. Da war eine Amerikanerin die irgendwas mit Zeitung gemacht hat und allein an vier Orten der Welt studiert hat, die hat sich blendend mit einem Belgier verstanden, der nach einer Konferenz vier Wochen lang Sydney mit seinem Klapprad erkunden wollte. Da er jedoch das Klapprad mitbrachte, hatte er nur 8kg für Kleidung und sonstiges. So sah er auch aus. Wie die Kellys in ihren Glanzzeiten. Dann gab es dort auch noch Deutsche, die nur zum BBQ gekommen waren und einen Dänen der für freie Logier freiwillig in dem Hostel arbeitete. Als ich dann gegen elf wieder ins Zimmer kam, waren die Chinesen wieder da, zumindest zu zwei Dritteln. Haben uns dann vorgestellt, die beiden waren zum Studium in Adelaide und nur zu Ferien in Sydney, ursprünglich Hong Kong Chinesen. Die haben schon vier Tage dort gewohnt, ich glaube nicht dass in den vier Tagen jemals ein Fenster offen war. Der eine Johnson war anscheinend der Meinung ich sei von der Einwanderungsbehörde. Auf die Frage wie lange sie schon da waren kam wie aus der Pistole „Ein Jahr zum Studium“, während Alex mir dann mitteilte 4 Tage, was ich eigentlich wissen wollte. Gleiches Spiel auf die Frage wie lange sie noch bleiben „3 Jahre zum Studium“ und folgenden Mittwoch… Die beiden haben es übrigens dann noch geschafft zwei Stunden auf ihrem Telefon und Laptop rumzudrücken, ehe an Schlaf zu denken war. Der dritte Chinese ist in dieser Nacht nicht aufgetaucht. Am nächsten Tag sind die aber trotzdem vor 12 nicht aus der Kiste gekommen. Ich hab aber gewonnen, ich bin erst aufgestanden als die beiden Weg waren ;-) Samstag und Sonntag, war Fernsehtag. Den halben Tag Fernseh geschaut, Wäsche gewaschen und zwischendrin in die Stadt gefahren einkaufen. Das war es dann auch schon. Relativ früh ins Bett, bis gegen eins die Strategen kamen. Gleiches Spiel wie am Vortag, noch zwei Stunden auf den Gerätschaften rumgedrückt. Um drei sucht der eine etwas und rührt sage undschreibe 15 Minuten in seiner Tasche rum. Die Tasche war aber nicht sonderlich groß. Seine Landsleute können in 15 Minuten 5 von den Taschen herstellen. Kaum war der fertig, taucht um halb vier auf einmal der Dritte der Gattung auf, räumt erst mal sein Bett auf und verschwindet dann darin. Am nächsten Tag war ich dann so mit mehr Fernsehen und meinem Rechner beschäftigt, dass ich nicht mal mitbekommen hab wann die ab sind. War auch wieder früh im Bett, so dass ich quasi nicht zur Verfügung stand. In der Nacht kam aber auch nur Alex gegen elf, die anderen beiden werde ich wahrscheinlich nie wieder sehen. Nachdem mein Bus um sieben morgens schon fuhr, hab ich mich dann einfach um sechs morgens aus dem Zimmer getrollt. Weiß nicht ob sie vor ihre Auszug mitbekommen haben das ich bereits weg war.
Diese drei Kerle haben mich echt fertig gemacht. Was man auch an der Länge des letzten Abschnitts erkennt. Eine Anekdote noch zum Schluss, nach dreimaliger Prüfung der Buszeiten (5.53AM) stellte sich heraus das an diesem Montag public holiday war und kein Bus fährt. Also mitm Taxi an den Hauptbahnhof. Zehn Dollar in der Tasche, Kosten $11,70. Wegen $1,70 mit Kreditkarte bezahlen müssen. Um zwanzig nach sechs am Bahnhof gestanden und gewartet, bis dann gegen sieben der Greyhound Bus kam. Sehr lustig war ein Londoner, der kam nämlich mit Schlafmaske und Sombrero um die Kurve. Der war bis um vier unterwegs und musste dann auch um sechs raus. Der sorgte ein wenig für Unterhaltung, auch wenn die morgens um halb sieben eigentlich gar niemand haben wollte. Fahrt war unkompliziert, sogar über die berühmte Harbour Bridge gefahren, vorbei an einem leer stehenden SUN Microsystems Gebäude, was mir schon ein wenig leid tat. Rauf auf den Highway und dann in Rekordzeit nach Newcastle.
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