Dienstag, 15. März 2011

Ein halbes Jahr reicht oder?

So, ich denke ich hab mich jetzt lang genug im Odenwald versteckt und Bilder aus Urlaubskatalog verschickt ;-) Deswegen möchte ich hiermit ankündigen, das ich meinen Rückflug gebucht habe. 
Eigentlich wollte ich am 25. März nach Dubai und dann am 01. April in Frankfurt sein. Bis Dubai kein Problem. Es gibt anschließend bei Emirates aber keinen freien Platz mehr nach Frankfurt bis zum 08. April. Zwei Wochen Dubai, da fehlt mir dann doch der finanzielle Spielraum, noch.
Deswegen hab ich mit der netten Emiratesfrau folgendes ausgearbeitet: Ich fliege am 21. März von Sydney nach Dubai. Dort bleibe ich eine Woche und erhole mich von den Strapazen meines Aufenthaltes in Down Under :-D Finally am 29. März schlage ich dann wieder in Frankfurt auf.


Die Zeit reicht mir noch genau, um in Sydney zu machen, was ich noch offen habe, wenn das Wetter hält. Tasmanien wird auf den nächsten Aufenthalt verschoben. Das rennt mir ja nicht weg. 
Ich war dann ein halbes Jahr hier auf Achse, hab alles gesehen, was ich unbedingt sehen wollte und bin jetzt ein reiferer, besserer Mensch  - oder so ähnlich. 
Alles andere wäre jetzt nur noch Zeit schinden und dafür bräuchte ich erstmal wieder ne Stelle und außerdem wüsste ich grad nicht warum ich mich zwanghaft hier festbeißen sollte.


Also noch 2 Wochen, dann hat mich Hemsbach wieder.

Samstag, 12. März 2011

Melbourne -> Sydney 08. - 10. März

Spätsommer ist Reisezeit oder so ähnlich. Unter dem Motto ging es weiter von Melbourne nach Sydney. Tourstart war Dienstagmorgen. Ich hatte meinen Wecker auf sechs Uhr gestellt. Um halb sechs war mein einer Mitbewohner jedoch schon wach. Was macht der Depp? Macht sein Licht an und schaltet den Computer an, um 5.40 Uhr, in einem Mehrbettzimmer. Was für nen Schaden muss man denn haben um sowas zu machen. Dann hockt er im Bett vorm Rechner und gähnt die ganze Zeit. Hätte er weiter gepennt, wäre es uns allen lieber gewesen. Komm ich aus dem Bad, war dann auch der Gnom im Bett über mir wach und starrt Luftlöcher ins Zimmer. Zu den beiden schreibe ich bei Gelegenheit mehr. Ich bereite eh gerade einen Post mit Nachträgen und Ergänzungen vor, da passt das dann gut rein. Um halb sieben war dann der Bus da und los ging’s. Naja fast, noch ein paar Leute abholen und so weiter. Sehr schön nur 10 Leute auf der Tour, massig Platz. Zum ersten Mal überhaupt waren auf einer Tour aber mehr Männer als Frauen, das ist ja noch nie passiert.
Quer durch einen melbourneschen Verkehrsalptraum ging es dann zuerst in Richtung Süden. In Melbourne war zu diesem Zeitpunkt bescheidenes Wetter. Unser Ziel war der Wilsons Promontory Nationalpark, der südlichste Zipfel des Festlands. Kurz gesagt gibt es da nichts außer Bergen und Stränden. An einem der Strände haben wir dann auch Mittag gegessen. Alles in allem nichts Besonderes. Auf dem Rückweg aus dem Park, war dann Safari angesagt, es gab Kängurus und Spinnen zu entdecken. Die Spinnen waren was giftiges aber keine Ahnung was genau. Anschließend ging es zum Hostel für diese Nacht in Lake Entrance. Dort gab es Fish & Chips als Essen und anschließend zur freien Verfügung. Wir haben uns zum Strand begeben, da hat es aber schon gedämmert. Highlight war ein Echidna, der da rumgelaufen ist und anschließend von den Touristen vollkommen überfordert war. Immerhin war der fit, der letzte hat gepennt ;-)
Am nächsten Tag ging es über eine 120 km Gravel Road, also nicht asphaltierte Straße in einen Nationalpark. Die Straße war am Anfang äußerst spektakulär. Gegenverkehr hätte keiner kommen dürfen, ich glaub dafür ist die Straße nicht breit genug. Das hat mich ein wenig an diese Höllenstraße in Argentinien/Chile/Venezuela (ich weiß grad nicht wo genau) erinnert. Zwischenstopp war in Suggan Buggan. Der Ort besteht aus drei Häusern und einer historischen Schule von 1860 oder so. Von den drei Häusern steht noch eines zum Verkauf, da ist im Umkreis von 60 km aber nix und ich mein wirklich nix. Nicht nix wie im Odenwald sondern nix wie auf dem Mond. Nur mit mehr Natur. Das Wohnhaus das neben dem Schulhaus steht, ist einem Film entsprungen, da hängen Schädel von Tieren am Zaum, das ist so richtig klischeehaft. Ich fand‘s lustig. Weiter ging die Fahrt nach Thredbo, dem Wintersportort in Australien. Gelegen am Mt. Kotz. Der Berg heißt eigentlich Mt. Kosciusko, nach seinem Erstbesteiger einem Polen. Da sich aber Niemand polnische Namen merken kann, haben wir, die Deutschen auf der Tour beschlossen, dass er ab jetzt Mt. Kotz heißt. Das ist der höchste Berg auf Festland Australien. Irgendwo im australischen Hoheitsbereich gibt es eine Insel, auf der ein noch höherer Berg ist, das zählt aber jetzt mal nicht. Also der Plan war die Besteigung des höchsten australischen Berges. 2.228 Meter, bis 1.900 Meter fährt ein Sessellift. Die restlichen 300 Höhenmeter verteilen sich auf 6,5km Fußweg. Das klingt schon mal nach wenig Spaß. Jetzt der Zeitplan: Ankunft an der Bergstation gegen 14.00 Uhr. 6,5km zum Gipfel und wieder zurück. Die letzte Talfahrt ist laut Guide um 16.30 Uhr. Also 13 km bei insgesamt 600 Höhenmetern in 150 Minuten. Das klingt doch nach Unmengen Spaß oder? Der Weg war unterteilt in zwei Look Outs bei 2 und 4 km und den letzten 2,5 km bis zum Gipfel. Was soll ich sagen, ich hab mir vor jedem Look Out gedacht: „Das war’s für mich. Was soll ich denn weiter laufen. Hier gibt es nur Steine und das hat nicht im Geringsten was mit Spaß zu tun“. Letztlich war ich dann doch ganz oben… Absolutes Highlight, das Wetter hat zwischendrin gewechselt, dicke Wolken vor der Sonne und Wind bis 40km/h. Ratet mal wer im Hemd und kurzen Hosen auf dem Gipfel stand – ohne Jacke oder ähnliches. Oben war dann auch noch eine australische Schulklasse, jenes Alter, welchem man am besten aus dem Weg geht, so zwischen 16 und 18. Auf dem Weg zurück zum Lift haben wir drei Deutschen dann so viel Müll gelabert, das hätte man fast aufnehmen müssen. War lustig. Außerdem haben wir die Beschäftigung zu dem umbenannt, was es war: Mountain Running. Nach dem Abstieg zur Liftstation ging s dann wieder ins Tal und ins Hostel/Hotel. Die Unterkunft war so ne Mischung aus beidem. Kulturelles Highlight war das „Alpen Stüble“, die australische Interpretation einer Almhütte als Bar im ersten Stock des Hotels. Als Bier gab es Öttinger, wovon sich die Deutschen weit entfernt haben. Wir sind dann zu australischem Bier übergegangen und haben auch die australische Variante von „Schnapps“ getestet. In Deutschland würde man es Likör nennen, keine Herausforderung. Dennoch war es irgendwie lustig aber auch teuer…
Letzter Tourtag ab nach Canberra. Aber erst mal warten. Wir hatten einen Koreaner dabei, zu behaupten sein Englisch sei schlecht gewesen, wäre eine Untertreibung. Er hat sich auch nicht bemüht mit Jemandem zu reden oder sonst in irgendeiner Form wahrgenommen zu werden. Der saß im Bus ganz hinten und immer in so tiefer Haltung, dass unser Guide immer nachfragen musste ob er überhaupt da ist. Oder er hat die Reflektionen in der Heckscheibe gedeutet. Einmal konnten wir seine Anwesenheit hören, da hat er nämlich gesungen – auf Koreanisch. Generell hat er immer den Kopfhörer im Ohr gehabt. Auch wenn wir was gezeigt bekommen haben und es dazu eine Erklärung gab. Was er gut konnte, war telefonieren. Der saß tatsächlich auf Mt. Kotz und hat telefoniert. Auf seinem Koffer hatte er dafür lustige Comics aufgemalt – komischer Vogel. Nach unserem Marathonlauf auf dem Berg, war er über eine halbe Stunde im Bad, als er wieder rauskam, hatte er jedoch die gleichen Klamotten an wie vorher. Am nächsten Morgen dann, standen fünf Leute im Zimmer und wollten ins Bad aber der Koreaner war wieder drin. Wieder über eine halbeStunde, bis um sieben. Um sieben gab es aber auch schon Frühstück und um halb acht wollten wir aufbrechen. Und Überraschung, als er rauskam trug er die gleichen Klamotten wie schon seit zwei Tagen. Naja ab in den Bus und auf nach Canberra, unterwegs wurde das Wetter richtig schlecht. In Canberra auf den örtlichen Ausguck gefahren, von dem man eine Übersicht über Canberra hat. Im Normalfall. Schaut euch einfach die Bilder an… Später ging es in das Australian War Memorial. Eine Mischung aus Gedenkstätte und Museum, rund um die Kriege, in welche Australien involviert war. Die geführte Tour dauert 90 Minuten, wir hatten 30 um uns „Alles“ anzuschauen. Danach ging es zum Mittagessen und dann zum Parliament House. Sehr beeindruckend. Der teuerste Bau Australiens. Auf der Fahrt hat der Guide noch erzählt, dass er immer den Sprengstofftest machen muss und sich wünschen würde, dass es mal Jemand anderes trifft. Jetzt ratet mal wer von der Security zum Sprengstofftest herangezogen wurde: Ich. Bestanden, also weder hab ich mit Narkotika noch mit Sprengstoff hantiert in letzter Zeit. Im Gebäude gab es dann eine Tour auf der man viel über das Gebäude und einiges über die australische Legislative gelernt hat. Ich zumindest. In dem Gebäude gibt es 2.700 Uhren, mit Anzeige ob gerade eine Abstimmung im Senat oder im Repräsentantenhaus ansteht. Hintergrund ist der: Wenn die Glocke ertönt und die Anzeigen angehen, hat jeder Abgeordnete genau 4 Minuten Zeit sich zur Abstimmung zu begeben. Danach werden die Türen ge- und abgeschlossen. Dann wird ausgezählt. Dadurch wird genau dokumentiert, wenn ein Abgeordneter nicht da ist und damit 

  • Nicht seine Partei unterstützt
  • Nicht seinem Dienst als gewählter Volksvertreter nachkommt.

Das würde ich in Deutschland augenblicklich einführen. Es gibt nichts deprimierenderes als Bürger, als wenn man Bilder aus dem Bundestag sieht und vielleicht nur ein Drittel unserer geschätzten Politiker anwesend sind. Mir geht es zumindest so. Außerdem ist das Parlamentsgebäude 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr frei zugänglich. Ebenso gibt es keine Parlamentssitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jeder Interessierte kann jederzeit im Zuschauerbereich einer Sitzung teilhaben um sich zu überzeugen, was die Regierung treibt. Ich muss jetzt leider sagen, dass ich noch nie im Reichstag war, ich bin mir aber nahezu sicher, dass es bei uns nicht so ist. Ein Wort zur Wahlbeteiligung, etwa 94%. Und warum? Wenn der wahlberechtigte Australier nicht wählen geht, bekommt er eine Strafe. Auch das würde ich augenblicklich bei uns einführen. Demokratie funktioniert halt mal nur, wenn das Volk auch wählt. Ich bin mal gespannt auf die Beteiligung bei den anstehenden Landtagswahlen. Bevor Jemand fragt, ich hab schon gewählt.
Hiernach ging es dann auf direktem Weg nach Sydney. Um halb acht im Hostel eingecheckt. Ich hab diesmal Zimmer in den Schlafwagen im Railway Square gebucht, weil ich da einfach mal drin wohnen wollte. Um zwanzig nach acht hab ich mich dann mit den Leuten aus dem anderen Hostel getroffen, da wir ab halb neun in „The Caffs“ angemeldet waren um unseren Tourabschluss zu machen. Wir sind so die Straße runter gelaufen und auf einmal aus dem Nichts stand Phil neben uns. Phil war mit uns auf Tour und ist ein ganz komisches Exemplar Neuseeländer, älterer Bauart. Der hatte die Tour schon mal gemacht. Immer wenn wir wo ausgestiegen sind, hatte er zwei Kameras und einen Camcorder dabei. In seinem riesigen Rucksack, der immer dabei war, war noch eine vierte Kamera. Der hat jeden Scheiß fotografiert. Auch während der Fahrt aus Fenster und wenn er nicht fotografiert hat, hat er gefilmt. Unangehmerweise auch immer die Leute von der Tour. Der saß in Canberra wirklich beim Essen und hat dann einen Schwenk mit der Kamera gemacht, während jeder beim Essen war. Der war Jedem sehr suspekt. Als wir los gelaufen sind, war er nicht dabei. Mit dem hätte auch keiner gerechnet. Und dann an der Kreuzung, stand er auf einmal neben uns, mit seinem Rucksack auf – sehr unheimlich. Auf jeden Fall waren wir dann im Pub, All you can eat Pizza und bessere Preise, da wir Tourarmbänder hatten. War gut. Nach mehreren Runden dort, sind wir dann auf Drängen der Irin weiter in einen Irish Pub, war mir recht, da war ich schon vorher. Der war gut und es gab sogar Livemusik. Punkt für mich. Um drei hab ich mich auf den Heimweg gemacht. Am nächsten Morgen erst mal ausgeschlafen. Ich kann aber behaupten, ich war diesmal nicht der Letzte. Es waren noch zwei Betten frei als ich eingelaufen bin. Am nächsten Tag dann noch ein wenig Kram organisiert, bevor ich mich abends noch mal mit dem einen Deutschen von der Tour und ein paar anderen Leuten getroffen habe. Wir waren dann nochmal weg, nicht so lang und nicht so feuchtfröhlich wie am Abend vorher, war trotzdem sehr lustig und hat ein beachtliches Loch im Geldbeutel hinterlassen


Heute Morgen ging es dann auch schon wieder weiter. Dieser Post kommt direkt aus der australischen Hauptstadt. Ich bin seit etwa vier wieder in Canberra und bleib diesmal länger als 3 Stunden. Man muss ja auch mal die Hauptstadt gesehen haben, wenn man schon fast sechs Monate hier rum hängt.


Beschriftete Bilder zum Trip sind hier.

Montag, 7. März 2011

Adelaide Soundwave Festival 2011 - Jetzt wird's dekadent.

Den normalen Backpacker machen ja zwei Dinge aus: Knappheit an Finanzmitteln und die Frage, was man am nächsten Tag treibt. Nachdem ich ja inzwischen Luxusbackpacker bin, habe ich solche Probleme ja nicht oder zumindest nur sehr eingeschränkt. :-D
Jetzt hatte ich leider das Problem, das ich nach fünf Monaten mit meiner Musik auf dem Rechner ziemlich durch bin. Deshalb habe ich beschlossen, dass die Australier mir zu ehren ein Musikfestival veranstalten sollen. Natürlich im Festival State South Australia und dort in stilecht in Adelaide. Falls sie das auf die Reihe bekommen, fliege ich eben dafür ein und nehme dann auch Teil, als Zeichen meiner Wertschätzung. Gesagt – getan.
Okay, das Festival war nicht unbedingt für mich aber dort war ich trotzdem. Und frei nach dem Motto „Was kostet die Welt ?“, bin ich für diesen Anlass mal schnell nach Adelaide und zurück gejettet.
Die Reise begann letzten Freitag um vier Uhr. Tasche ins Schließfach und dann durch ein noch schlafendes Melbourne an die Southern Cross Station gelaufen. Von dort mit dem Skybus an den Flughafen und dann um 6:30 Uhr mit dem Flieger nach Adelaide. In Adelaide formschön den Tag mit rumlungern verbracht und abends dann relativ früh ins Bett. Okay rumlungern trifft es jetzt nicht wirklich. Ich bin nochmal durch die Innenstadt und hab ausgekundschaftet, wo ich am nächsten Tag eigentlich hin muss. Besonderes Highlight war die Tatsache, dass ich gegen vier hungrig wurde und beschlossen habe: „Die nächste Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme, wird wahrgenommen“. Um die nächste Kurve stand ich vor den goldenen Doppelbogen. Es könnte schlimmer sein.
Am nächsten Morgen um kurz vor zehn das Hostel verlassen, der Zeitplan war frühstücken gehen und dann die erste Band um elf anschauen. Leider war in dem Stadtteil, durch welchen ich lief, NIX los. Also ich finde 10.00 Uhr, an nem Samstag, jetzt nicht so ungewöhnlich um was zu essen. Die Geschäfte waren aber alle zu. Also, auf halbem Weg nochmal zu McDoof. Hier war ich aber nicht allein. Es waren ungefähr 30 Menschen mit jeder Menge Bandshirts ebenfalls zum Frühstück da. Das ganze gepaart mit einem konstanten Zu- und Abstrom, das war der umsatzstärkste Tag in der Filialgeschichte glaub ich. Dann ging es Richtung Festivalgelände. Sehr schön, die erste Spur neben dem Fußgängerweg war abgesperrt, man erwartet wohl eine Völkerwanderung. Am Geländeeingang konnte ich nur staunen. Im jeden Australier steckt ein Engländer. Die haben eine formvollendete Schlange gebildet. Immer so breit wie der Weg war und dann alle hintereinander weg. Das kann Dir in Deutschland nicht passieren. Auf gar keinen Fall. Da heißt es Formation Sauhaufen und es bildet sich ein riesiger Mopp vor der Tür, der sich keinen Millimeter bewegt, bis die Tür offen ist, weil jeder Angst hat, das er nicht der erste ist. Egal ob er auf einem Weg, Rasen oder im Blumenbeet steht. Sehr vorbildlich die Australier, in dieser Beziehung.
Tore auf – Menschen auf das Gelände. Ticket gescannt, dann durch die Expresslinie, da ich keine Tasche dabei hatte. In Australien darf man übrigens Flaschen und Kram mitbringen, die machen auch keine Personenkontrolle, wo sie einen von oben bis unten abtatschen. Wesentlich angenehmer als in Deutschland. Auf dem Gelände war dann typisches Festivaldasein. Einziger Unterschied, was mir sehr gut gefallen hat, wollte man an die Stände, wo es alkoholhaltige Getränke gab, musste man vorher an einem Checkpoint vorbei, dort nachweisen, dass man über 18 ist und hat dann ein Armband bekommen. Vor den Getränkeständen wurde dann nur kontrolliert ob man ein Armband trägt. Mangels solch unnützer Dinge wie Dosenpfand, wurden dort alle Getränke in Dosen verkauft. Hinter der Theke waren Tische aufgebaut, auf denen standen 30 Literbehälter, welche mit Dosen und Eis gefüllt waren. Der Verkauf ging sowas von schnell. Auf der anderen Seite der Tische, waren nochmal so viele Mitarbeiter damit beschäftigt die Behälter wieder zu füllen. Super. Preise – auch super. Eine Dose Bier (375ml) die Standardgröße hier $8. JimBeam Cola und Wodkamischgetränke $10 und 12.
So elf Uhr, erste Band auf meinem Spielplan I see Stars. Ich hab gedacht das wäre sowas wie die örtliche Hardrockschulgruppe – so sahen sie zumindest aus. Dann sagt der Mensch am Mikrofon das sie aus Detroit sind. Die wurden extra importiert, dabei konnte der Sänger nicht singen und der Shouter nicht shouten. Naja, nach zwei Liedern war ich dann auch weg und hab mir Nonpoint angehört. War besser. Danach ging es dann auch schon zur ersten Band, die ich wirklich sehen wollte: 36 Crazyfists. Fantastisch. Hat mir sehr gut gefallen, kann man den ganzen Tag hören. Freu mich schon, wenn die wieder zu nem Konzert in voller Länge nach Deutschland kommen. Danach ging es zurück an die großen Bühnen, wo ich mir den Rest von Bullet for my Valentine angehört habe. Ich kann mit der Band nicht wirklich was anfangen. Die haben aber ein Lied, das spielen sie immer. Das ist so das „Jochen latscht auf einem Festival vor der Bühne rum Lied“ ich glaube es heißt „Over the top“ Das habe ich dann wieder Live miterlebt. Sollte sich jetzt Jemand fragen, was ich denn dort gemacht habe, wenn ich die Musik nicht mag, ich hab auf die nächste Band gewartet: Stone Sour. Super Auftritt. Viele Lieder vom neuen Album + die besten der ersten beiden. Die hätten ruhig länger spielen können. In der Zeit, hab ich mir auch den größten Teil meines Sonnenbrandes eingehandelt, der ist nämlich mehr auf der rechten Gesichtshälfte. Immerhin hab ich gelernt, dass man mich auch mal ein paar Stunden in die australische Mittagssonne stellen kann, ohne weitere Probleme. Kreislauf wie nen Fahrrad. :-D Nach Stone Sour hatte ich Mittagspause und hab mir einen Aussie Hotdog gegönnt. Alles in allem hab ich an dem Tag $50 ausgegeben, was für einen Festivalsamstag phänomenal wenig ist, vor allem bei en Preisen. Nach der Pause ging es zu Silverstein, einem weiteren Highlight auf meinen Spielplan. Die Band hat bei mir im Moment die meiste Spielzeit auf dem mobilen digitalen Musikabspielgerät des Herstellers Apple. (Läuft auch jetzt gerade, während ich tippe.) Immer wieder faszinierend, was der Sänger abliefert. Ich hab aber festgestellt, dass die nie bei nem großen Festival auf die Hauptbühne dürfen. So wie der Sänger und der eine Gitarrist auf der Bühne rumrennen, wenn die ne große Bühne bekommen, wie die Centerstage bei RaR, haben sie nach dem zweiten Lied nen Herzkasper. Nach Silverstein ging es wieder vor die Hauptbühnen, den Rest von Slash hören. Hat sich gelohnt, waren „Sweet Child of mine“ und „Paradise City“ dabei. Der Sänger klingt verdächtig nach Axel Rose obwohl er weitere Hosen trägt. Ist vielleicht ne hormonelle Geschichte?!? Dann kam der Auftritt von 30 Seconds to Mars Hat mir jetzt nicht so gefallen. Ich kann bei nem beschränkten Zeitrahmen auf nem Festival nicht die Hälfte der Zeit mit schwätzen verbringen und den Fans erzählen was sie machen sollen. Das geht bei nem regulären Konzert aber nicht auf nem Festival. Nach End edes Auftritts hab ich mal bei Slayer vorbei geschaut. Was soll ich sagen, 30 Jahre Trash-Metal, gut. Wenn alles glatt läuft, seh ich die im Juli ja nochmal beim Auftritt der „Big 4“ in Gelsenkirchen. Dann ging es zurück vor die Hauptbühnen, zu den beiden letzten Bands. Queens of the Stone Age, von denen kenne ich genau ein Lied. Immerhin hat sich der Sänger während des Konzerts betrunken und beschwert, dass es eine gewöhnliche Zigarette ist, welche man ihm gebracht hat. Schon lustig. Die Musik dreht sich halt leider ein wenig im Kreis, ich mag es lieber, wenn es vorwärts geht. Um zwanzig vor sieben ist dann auch endlich der große Feuerball hinterm Merchandising Zelt verschwunden. Gerade als ich gedacht hab, jetzt spielen sie Musik, wo Stimmung aufkommt, waren sie aber auch fertig. Letzte Band, Headliner des Festivals: Iron Maiden. Für mich als nicht Iron Maiden Hörer klang das leider alles gleich. Ich war ja froh, dass ich vor ein paar Wochen versehentlich das neue Musikvideo gesehen habe, so kannte ich wenigstens ein Lied aus dem gesamten Set. Naja, 36 Jahre „New Wave of British Heavy Metal“ und jetzt war ich auch mal auf einem Konzert, sogar Open Air. Ich hör dann das nächste Mal aber lieber wieder Metallica, womit wir wieder bei Trash- bzw. Heavy Metall und den Big 4 wären :-)
Nach Konzertende ist dann auch die Völkerwanderung zurück in die City eingetreten, gut das die Spur abgesperrt war. Zum zweiten mal an diesem Tag hatte McDonald’s Hochkonjunktur. Ich bin aber nur  noch ins Hostel, duschen und ins Bett. Ärgerlich war, als ich morgens duschen war, hatte ich Glück, da hatte Jemand sein Shampoo stehen lassen, meins war ja in Melbourne, abends war leider keins da. :-( In meinem Zimmer war ein Clown. Zumindest hat er sich so vorgestellt. Der Typ ist/war Straßenclown und hatte Auftritte im Zuge des Fringe Festivals in Adelaide. Der hat mich dann vollgelabert, bis ich Duschen gegangen bin. Ich bin der Meinung er war betrunken. Wecker gestellt auf fünf Uhr. Der ist dann auch um halb fünf angegangen. Glück gehabt, ich hab vergessen die Uhr am Handy umzustellen. So war ich aber ne halbe Stunde früher dran, besser als zu spät. Ausgecheckt und ab ins Taxi. Sehr gut, eigentlich machen um die Uhrzeit alle Clubs zu und der Fahrer war froh, dass er mich fahren durfte, hat er doch in der Fuhre vorher fünf Betrunkene gefahren. Sachen gibt's... Also entweder hab ich mich an dem Morgen unverständlich ausgedrückt oder er schlecht gehört. Als ich sein Taxi verlassen habe, war er der Meinung ich käme aus Oxford und meine Familie lebt in Stuttgart, wo seine Tochter studiert, ich bin aber Deutscher. Noch Fragen? Check In und dann warten. Es war 5.15 Uhr Flieger geht um 6.30 Uhr. Sollte sich Jemand fragen, warum ich eigentlich zu solch unchristlichen Uhrzeiten fliege, da ist es am billigsten.;-) Mit im Flugzeug war ein weiterer Mensch, der noch das Final Frontier T-Shirt von Iron Maiden trug. Um neun zurück in Melbourne. Viel später im Hostel gewesen, unterwegs meinen neuen besten Freund gekauft: Die Tube Aftersun Soothing Gel. Im Hostel hab ich Ian getroffen und noch etwas getrascht. Das ist der Ire, mit dem ich schon hier unterwegs war. Pünktlich um halb eins stand ich an der Rezeption zum einchecken. Check In ist eigentlich erst um eins. ;-) Den Rest des Tages hab ich dann, genau wie diesen, mit Internet und Fotos sortieren für den Blog, verbracht. Das und noch ein wenig Organisatorisches. Das ist mehr Arbeit, als es sich anhört.
Hier geht es jetzt auf sechs zu, abends. Ich geh jetzt demnächst mal frühstücken und einkaufen für Morgen. Ab Morgen bin ich wieder auf Tour. Drei Tage in Richtung Sydney. Man darf gespannt sein.



Die Bilder des Festivals, hab ich schon mal auf facebook vorab veröffentlicht und jetzt gibt es diese eben auch hier noch als Webalbum.

Melbourne Bilder

Wie schon angekündigt, die übrigen Bilder von Melbourne als Webalben.

  • Southgate, entlang des Yarra Rivers bis zu den Docklands, außerdem Flinder Station und Federation Square. - Link
  • Hier alles was man so in der Innenstadt finden kann. -  Link
  • Sportstätten - Link
  • Royal Exhibition Centre und Melbourne Museum und Uni Melbourne. - Link
  • Shrine of Rememberance - Link

Bilderfunktion spielt verrückt

Irgendwie hat irgendwer, irgendwo, irgendwas an der Foto Funktion von Blogger geändert. Ich kann zwar alle Bilder auf einmal hochladen aber nicht mehr auf einmal dem Blog hinzufügen. Ich werde einen Teufel tun und jedes Bild einzeln zum Post hinzufügen, bin ja nicht bescheuert. Das ist Sträflingsarbeit.
Im Moment übe ich mich gerade an Picasa. Dann gibt es in Zukunft die Bilder gesondert in Webalben. Was übrigens albern ist, denn alle bisherigen Bilder sind ja auch schon in Webalben hinterlegt, da ist ja Standard. Wer es nicht weiß, Picasa und Blogger gehört beides Google, deswegen arbeitet Blogger im Hintergrund mit Picasa Webalben. Ist das nicht spaßig? :-)