Samstag, 26. März 2011

Um Gottes Willen, wählt Schwarz Gelb

Also man kann ja sagen was man will aber so eine unterhaltsame Regierung hatten wir selten oder? Stelle sich mal einer vor, die plötzliche Abschaltung von sieben AKWs war ein Wahlkampfmanöver eine Vorsorgemaßnahme zum Schutz der Bevölkerung, basierend auf einem Unglück in Japan. Wer hätte das gedacht. Oh, Verzeihung. Da wurde der Herr Brüderle falsch zitiert. Ich habe selten so gelacht, als in dem Moment, wo er vorm Bundestag steht und wird ausgelacht. Wie kommt so ein Mensch eigentlich an ein Regierungsamt? Gab es da ne Castingshow zu? Also diese Regierung hat schon einige wundersame Dinge zu Stande gebracht. Ich muss jetzt aber leider sagen, dass ich allen anderen Kombination, e.g. Rot Grün genauso wenig zutraue. Deutsche Politik ist ein Graus. Das muss am System liegen. Ich halte mich ja im Moment in einem Null Parteien Land auf. Ich muss sagen, es funktioniert ganz gut, soweit ich das beurteilen kann. An der Spitze steht der Emir, was der sagt wird gemacht. Fertig! Sollten wir in Deutschland vielleicht auch einführen. Rein aus Prinzip, schlage ich mich als Staatsoberhaupt vor. Ich hab auch schon ein paar gute Ideen. Erstens: Hemsbacher Kerwe wird auf eine Woche verlängert, in dem Zeitraum ist staatlich verordneter Zwangsurlaub zu nehmen. Zweitens: Bierpreise werden auf 2,50€ festgesetzt. Sollten Brauereien in diesem Finanzrahmen nicht wirtschaftlich arbeiten können, wird eben subventioniert. Wir streichen dann das benötigte Geld an Hartz IV runter. Im Notfall so lange bis nur noch Hartz III davon übrig bleibt. Das war nur das grobe Konzept meiner Herrschaft. Vielleicht sollten wir aus geschichtstechnischer Betrachtung in den Regierungsauftrag noch sowas wie ne Genozid- und totaler Krieg-Klausel einbauen. Nur so zur Sicherheit, man lernt ja schließlich aus Fehlern. Ansonsten bin ich mal echt gespannt, was morgen bei den Wahlen raus kommt. Wenn es mir nicht passt, bleib ich einfach hier oder flieg wieder nach Down Under, mein Visa ist noch bis September gültig. Landtagswahl macht übrigens überhaupt keinen Spaß. Ein Kreuz. Was ist denn bitte ein Kreuz? Da lohnt sich das Aufstehen schon nicht, geschweige denn das Haus verlassen und zum Wahllokal zu schlappen. Ich plädiere dafür, in Zukunft werden alle Wahlen gemeinsam stattfinden zu lassen (hiermit Punkt 3 meiner Regierungserklärung). Also lokale, Landtag, Bundeswahlen und am besten noch Europawahlen. Das ist dann wie Lotto, sechs aus 49. :-D Schönes Wochenende – auch an die, die morgen arbeiten müssen. Ihr arbeitet für die deutsche Demokratie *YEAH*. :-D

Sydney 19. – 21. März

Wieder Sydney, das dritte Mal innerhalb einer Woche oder so. Das hab ich auch der Dame an der Rezeption an den Kopf geworfen, als sie mich nach meinem Pass gefragt hat. Aus der Bemerkung hat sie dann geschlossen, dass ich schon mal da war. Sie sollte Raketenwissenschaftlerin werden. Am nächsten Tag hab ich mich bei mäßigem Wetter auf den Weg zur Harbour Bridge gemacht. Rüber gelaufen, unzählige Bilder von der Opera House und dem Circular Quay gemacht, leider alles bei grauem Himmel. Auf der anderen Seite umgedreht und wieder zurück gelaufen. Viel mehr kann man auf dem Ding ja nicht machen. Ist halt nur ne Brücke. Auf Grund eines Gesetzes in New South Wales ist sogar Bungy Springen verboten. Am Nachmittag hat es dann auch angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört. Abends war ich dann nochmal mit den Deutschen unterwegs. Leider haben sich unsere Wege ziemlich früh an dem Abend getrennt. Aber naja, ich hatte Spaß. Live Musik und Bier, was will man mehr? Am Sonntag war das Wetter da durchweg bescheiden, also hab ich meine Wäsche gemacht und den Rest des Tages im Hostel rum gehangen. Nicht sehr spannend. Ich hätte mir für meinen letzten Tag in Australien auch etwas spannenderes vorgestellt :-|
Montag, Tag der Abreise und ratet mal was: Regen. Ich hab mich noch auf den Weg gemacht und mein Konto geschlossen und das war es dann. Danach noch im Hostel gehockt am Rechner, bis um vier der Bus kam und mich zum Flughafen gebracht hat. Check In, problemlos. Noch nen großen Kaffee bei Gloria Jean’s geholt und später dann vorm Gate sitzen. Absolutes Highlight, kam ein Asiatin und hat mich gefragt ob ich an einer Umfrage des Tourismusbüros(?) teilnehmen würde. Da ich eh gerade Zeit hatte, hab ich zugestimmt. Die Antworten hatte ich schon parat. „Aus Deutschland, da und da gewesen. Bla hat mir am besten gefallen. Ja ich komme wieder“ Pustekuchen. Die wollte jede Station meines Aufenthalts wissen inklusive allen Preisen für Touren und Kram. Das war ein Monster von einer Umfrage. Ich hab dann ungefähr ne halbe Stunde mit der einen Lösung ausgearbeitet, welche nicht hinten und nicht vorne stimmt. Wer auch immer die Umfrage ausgeheckt hat, sollte sie selbst machen müssen. So ein Mist, dabei wollte ich nur nett sein. Egal, Boarding. Die Emiratesfrau in Melbourne hat mich belogen, die hat gesagt, sie hätte mir einen Fensterplatz reserviert. Dem war  nicht so. Das war es dann für Australien. Ein halbes Jahr, viel gesehen, viel gemacht. Wenn ich wieder komme dann als Urlauber.

Blue Mountains 17. + 18. März

Abfahrt 7.20 Uhr. Dabei wollte ich doch gar nicht mehr früh aufstehen. Naja, rein in den Oz Experience Bus und auf die Fahrt gemacht. Ein Verkehrstechnischer Alptraum, bis man aus Sydney draußen ist, mein Lieber Mann. In der Stadt Auto fahren muss eine echte Herausforderung sein. Eigentlich ist man von Sydney aus recht schnell dort, wenn nicht gerade auf zig Kilometer Baustelle wäre. Nun gut, erster Stopp war in einem Teil des Nationalparks, in dem es eine Känguruschau geben sollte. Immerhin war ein Känguru da, nach den Grampians, hat mich das jetzt nicht wirklich beeindruckt. ;-) Dann ging es zu dem Wasserfall in einem anderen Teil des Parks. Dazu muss man jetzt sagen, dass der Blue Mountains Nationalpark ungefähr die Größe von der Hälfte Belgiens hat. Der Wasserfall war sehr eindrucksvoll, sogar höher als die Niagarafälle, womit der Guide punkten wollte. Im Vergleich zu den Bildern der Niagarafälle fand ich ihn jetzt aber nicht so eindrucksvoll. Für sich allein war es aber ein super Bild, wie das Wasser diesen Hang runter macht in dieses grüne Tal. Als dann noch die Wolken durch das Tal gezogen sind, sah das ganze etwas aus, wie in Jurassic Park. Der Vergleich stammt nicht von mir, sondern von einer Engländerin aus South Hampton. Die hatte eigentlich eine 3,5 Monate Tour durch Australien, Neuseeland und Asien geplant. Nach sechs Wochen hat sie aber den Heimflug gebucht, da sie festgestellt hat, dass alleine Reisen nichts für sie ist. Nach der Wanderung rund um den Wasserfall, ging es nach Katoomba. Katoomba ist ein Städtchen in den Blue Mountains und der Heimatort der „Three Sisters“ einer berühmten Felsformation, komplett mit Dreamtime Geschichte. Wir hatten Glück, als wir hingekommen sind, hat man sie gesehen. Ich habe schon Bilder gesehen, da sahen die Three Sisters aus, wie Canberra bei meinem ersten Besuch. Nur Nebel bzw. Wolken. Außer den Felsen hat man hier eine Art Vergnügungspark rund um die alten Minen gebaut. Highlights sind die steilste Eisenbahn der Welt (mit 52° Steigung) und zwei Seilbahnen, teilweise mit Glasboden. Unser Weg führte uns über sage und schreibe 1105 Stufen hinunter ins Tal. Ich hab si nicht gezählt, es stand auf jedem Schild. Ich warja nur froh das wir den Weg runter gelaufen sind, ich hatte auch für jeden 3Gramm Mitleid übrig, der den Weg in der Gegenrichtung gelaufen ist.  Im Tal konnte man sich dann in dem Themenpark umschauen oder einfach mit der Eisenbahn hoch ins ‚Besucherzentrum fahren. Hab ich z. B. gemacht. An der Stelle, wo die Bahn die 52° erreicht, hebt es einen nahezu aus dem Sitz und das obwohl die Sitze schon Spaceshuttlemäßig im 45° Winkel angebracht sind. Oben im Besucherzentrum angekommen, wurde das Wetter dann richtig mies. Ich hab dann noch der einen Gondel zugeschaut, wie sie aus der Station direkt in den Nebel gefahren ist. Anschließend ging es ins Hostel. Da es noch früher Abend war, bin ich dann erstmal was essen gegangen, bevor ich mir ein Buch aus dem Book Exchange geangelt habe, was mich dann für den Abend beschäftigen sollte. Am nächsten Tag war das Wetter leider nicht besser, im Gegenteil. Als ich um zehn ausgecheckt habe, konnte man noch nicht mal das Haus auf der anderen Straßenseite sehen. Katoomba ist etwas unheimlich. In dem Ort ziehen Nebel und Wolken durch, da kann sich jeder Horrorfilm ne Scheibe von abschneiden. Am Nachmittag wurde ich dann wieder abgeholt und dann ging es ab zurück nach Sydney.

Sydney 15. – 17. März

Back to Sydney. Zurück aus der Hauptstadt ging es wieder ins Railway Square Hostel. Check in, ab ins Zimmer große Freude: Ein Saustall ist aufgeräumt dagegen. Am Schrank hängt ein HSV Handtuch, dann hab ich ja schon gewusst, was die Stunde geschlagen hat: Deutsche. Später stellte sich heraus, dass es noch viel schlimmer war. Ich hatte die beiden Granaten aus Adelaide und Melbourne auf nem Zimmer. Die beiden sind mir sowohl in Adelaide als auch in Melbourne übern Weg gelaufen aber allein die Tatsache, dass sie das nicht wussten, zeigt ja schon wie aufmerksam die beiden durch die Welt stapfen. Abends gab es dann auch gleich die Erklärung. Die lebten von und mit Goon. Hendrik hat mehrfach versucht mir zu erklären das Goon das Beste auf der Welt ist und das ich unbedingt trinken muss. Was ich sehr standhaft verweigert hab. Wir waren später dann noch in der Scubar mit ein paar Mädels aus Schottland. In einem unbemerkten Augenblich ist Hendrik dann auch verschwunden. Am nächsten Tag hat er sich erst beschwert, warum ich nicht mit wollte in die Scubar. Worauf Dennis und ich ihm erklärt haben, dass ich dabei war. Das wiederum hat bei ihm die große Frage aufgeworfen, ob er dort war, er wusste das nämlich nicht mehr. Gratulation. So viel zum Thema Goon. Mein Tagesprogramm bestand aus einigen interessanten Wanderungen durch Sydney. Erst war ich bei Taxback, damit ich meine Steuern zurück bekomme, dann bin ich weiter an den Sydney Tower. Oben war ich leider nicht, denn es gab Metalldetektoren am Eingang. Jetzt ratet mal wer vom Vespern in Canberra noch das gute Schweizer Armeemesser im Rucksack hatte. Von hieraus ging es zurück zum Hostel. Mangels Frühstück, bin ich dann aber wieder zum Zwecke der Nahrungsaufnahme los. Ich hab es jedoch geschafft, ziemlich lustlos bis zum Cicular Quay zu laufen, bis ich etwas gegessen habe. Von dort aus bin ich in den Darling Harbour und bin dort noch etwas herum gestreunt und dann wieder ins Hostel. Am Abend kam es dann zu einem Highlight der Reise. Nachdem der Rest meines Aufenthalts geplant war und der finanzielle Rahmen bekannt war, konnte man ja etwas unternehmen. Deswegen aus der Abteilung „Das ist total dämlich und kostet unnötig viel Geld aber (und das ist der Teil, der mir besonders gefällt) ich hab es trotzdem gemacht. “ Ich war nochmal im Kino, in eine mFilm den ich schon kannte, für $28,50, ja ein Film. Ich war nochmal in Tron Legacy im IMAX Sydney. Das hat die größte Leinwand der Welt und das war s absolut wert! Schade war nur, dass es auf dem Weg dorthin dermaßen geregnet hat, so dass ich mich beeilt hab um hin zu kommen. Deswegen war ich schon über 90 Minuten vor Vorstellung dort. Eigentlich wollte ich ja noch etwas rumlaufen vorher… Naja. 
Am nächsten Tag hab ich meine Reise dann vollends kulturell anspruchsvoll gemacht. Ich war im Sydney Opera House, und habe dort eine Führung mitgemacht. Ich würde jetzt gerne schreiben, ich habe dort ein Stück Kulturgeschichte in der Uraufführung gesehen, deren Spielplan weicht dann aber doch ein Stück zu weit von meinen Interessen ab. Aber immerhin eine Tour gemacht. Sehr schön, man darf alles fotografieren AUSSER den Innenräumen der Konzert, bzw. Bühnenräume. Darauf haben die Tourveranstalter nämlich kein Copyright. Um einen Besucher dennoch in den Genuss einer solchen Aufnahme kommen zu lassen, wird vor Tourbeginn ein Foto vor grünem Hintergrund gemacht. Nach der Tour kann man dann sein Anglitz käuflich erstehen. Im Konzertsaal, vor dem Gebäude bei bestem Wetter und so weiter, und immer mit dem selben doofen Bild, alles für nur $35. Na vielen Dank. Das Opera House selbst, finde ich relativ unspektakulär. Das man innen die 30 Jahre alten Betonfertigteile sieht, hätte ich nicht erwartet. Das sieht etwas halbherzig aus. Aber naja. Auf dem Heimweg ging es durch „The Rocks“ den ältesten Teil Sydneys. Nach sechs Monaten hab ich dann auch endlich den Weg auf die Harbour Bridge gefunden. Die Brücke selbst musste aber noch warten, denn am nächsten Morgen ging es erstmal in die Blue Mountains.

Montag, 21. März 2011

Goodbye Oz

So, hier regnet es seit drei Tagen. Da geh ich lieber wieder wohin, wo die Sonne scheint. Deshalb: Nächster Halt Dubai.

Vorher gibt es hier noch die letzten Bilder aus Sydney und meinem Trip in die Blue Mountains. Diesmal anders rum, erst die Bilder, der Text kommt später. Immerhin sind die Bilder schon beschriftet, meistens zumindest. Ich hab diesmal vorher nicht aussortiert, zumindest nicht richtig, deshalb sind einige Bilder dabei, welche das selbe zeigen.

Ich hab so das Gefühl, das ich nächste Woche abends Zeit haben werde, da werde ich dann die Texte tippen, damit der Blog zumindest vollständig wird und nicht zwei Wochen vor Ende abbricht. Mal schauen, wie das mit Internet in Dubai hinhaut. Dubai ist im Vergleich zu anderen Staaten ja recht offen, ich geh mal davon aus, das Blogger erreichbar ist… Spätestens am Freitag hab ich ja eh Zeit. Freitag ist Wochenende, so steht es in der Scharia, dann soll es auch so sein.

Ich wurde die Woche schon mehrfach gefragt, ob ich froh sei, wieder heim zu gehen oder ob ich es bedaure. Was soll ich sagen, teils teils. Auf der einen Seite freue ich mich auf anständige Nahrungsmittel und darauf wieder in den eigenen „Kulturkreis“ mit Freunden und Bratwurst zu kommen. Es ist jetzt nicht so, dass ich hier sitze und an den Nägeln kaue, weil ich Deutschland unglaublich vermisse – so Probleme hatte ich noch nie. Aber nach sechs Monaten leben aus dem Koffer, ohne „Rückzugmöglichkeit“ dafür mit immer den selben Klamotten, da freut man sich dann doch schon auf normale Lebensumstände. Auf der anderen Seite ist es ja schön doof hier weg zu gehen. Das ist das absolute Lotterleben. Das geht sogar soweit, das man nicht immer weiß, was gerade für ein Wochentag ist. Kommt vor :-) Könnte man im Prinzip noch ne Weile machen, dazu müsste man aber wieder arbeiten gehen, das trübt den Blick etwas. Wann hat man denn wieder die Möglichkeit mal einfach nen halbes Jahr /Jahr aus dem Bild zu verschwinden? Ich orakle mal, die nächsten 40 Jahre nicht (außer ich hab endlich die zündende Idee, welche mein Bankkonto neunstellig macht vorm Komma und nicht in rot).
 
Nun ja, in diesem Sinne, bis demnächst, dann vielleicht schon wieder in Deutschland.